Daniel Eckert: Spart nicht, konsumiert!, in: Welt am Sonntag Nr. 44 (Sonntag, 28. Oktober 2012), S. 48f.
'Presse'
Daniel D. Eckert und Holger Zschäpitz: 2020 – Das Smartphone löst Münzen und Scheine ab, in: Marktmacher. Das Magazin mit Weitblick, August 2012, S. 8-15.
12. September 2012, Sveriges Radio P4 Uppland, Christer Engqvist und Mona Wahlund: Tvåkronan blir den nya enkronan
Tina Lövrander: Uppsalas minsta museum en stor skattgömma, in: Upsala Nya Tidning, 19. August 2012, S. B1-B3.
7. August 2012, Sveriges Radio P4 Uppland, Sanna Richter: Myntkabinett ska locka publik. Langversion unter dem Titel “Världens äldsta sedlar finns i Uppsala“.
Zu Rainer Hank: Clio rettet uns
Prima, daß hier auf die Bedeutung von Wirtschaftsgeschichte (wozu auch Finanz- und Geldgeschichte zu zählen sind) aufmerksam gemacht wird! In der Tat profitiert dieser Wissenschaftsbereich von der derzeitigen Abfolge von Krisen, indem ihm vermehrte Aufmerksamkeit zuteil wird. Freilich bedeutet das nicht notwendigerweise, daß man aus der Geschichte etwas lernen wollen würde. Der konsequente nächste Schritt, nämlich das Gelernte in Politik umzusetzen, ist leider noch seltener zu beobachten. Andreas Wirsching, der Direktor des Münchner Instituts für Zeitgeschichte, hat dieses Dilemma elegant dergestalt in Worte gefaßt, daß „das, was wir mittlerweile historisches Erfahrungswissen nennen können, […] relativ wenig abgerufen“ wird.
Was den Inhalt des Beitrags anbetrifft: Der Einwand von Herrn Braunberger gegen die Relevanz ausgerechnet der Habsburger für die Umschuldungsfrage scheint aus den von ihm genannten Gründen sehr berechtigt. Ein unlängst erfolgreich beendetes Projekt der Göttinger Akademie der Wissenschaften hat ein auch in dieser Hinsicht außerordentlich lehrreiches mehrbändiges Handbuch der zahllosen Dynastien, Residenzen, Höfe, Grafen und Herren des deutschen Raumes erstellt. Darin finden sich diverse Belege dafür, daß Überschuldung und Bankrott immer wieder zum Verschwinden der davon betroffenen Gebiete von der Landkarte führten. Das war eher die Regel als die Ausnahme, wie die frei herausgegriffenen Beispiele der Grafen von Helfenstein und der Pfalzgrafen von Tübingen deutlich machen.
Die Kliometrie scheint in Deutschland nach einem (nicht zuletzt durch den erstmaligen Einsatz von Computern hervorgerufenen) Boom in den 1980er und 1990er Jahren inzwischen stark an Bedeutung verloren zu haben, während sie im angelsächsischen Raum weiterhin teilweise seltsame Blüten treibt. Natürlich gilt es, in der Geschichtswissenschaft nicht nur zu qualifizieren sondern auch zu quantifizieren. Doch lediglich in sehr seltenen Fällen steht eine hinreichend umfangreiche und homogene Datenmenge aus historischer Zeit zur Verfügung, um daraus ein statistisch belastbares Ergebnis gewinnen zu können. Münzfunde sind da eine der wenigen Ausnahmen. Darüber ließe sich allerdings in der Tat ein eigener Beitrag schreiben…
Das Argument, das wachsende Kapitalangebot müsse durch vermehrte Staatsschulden ausgeglichen werden, damit ein ‚großer und sicherer Schuldner’ für die Kapitalanlage zur Verfügung stehe, hat einen entscheidenden Schwachpunkt:
Mehr Schulden machen die Anlage nicht sicherer sondern unsicherer, da für Staatsschuldtitel wie für andere Kreditinstrumente gilt, daß deren übermäßige Ausgabe nur zu einem Kreditausfall führen kann. Anders ausgedrückt: Das Ausfallrisiko steigt ab einem gewissen Punkt exponentiell.
Daher kann das angedachte Szenario lediglich als Illusion dienen, also als beruhigende Vorstellung von einer sicheren Anlage, die in Wirklichkeit nicht nur nicht sicher, sondern letztlich bereits verloren ist.
Zu Michael C. Burda u.a.: Stellungnahme „Zur Europäischen Bankenunion“
Die Dekade nach der Einführung des Euro im Jahr 1999 wird wohl als verlorenes Jahrzehnt der Europapolitik in die Geschichte eingehen. Eine grundlegende politische Fortentwicklung Europas fand in dieser Zeit nicht statt, wofür das Scheitern des „Vertrags über eine Verfassung für Europa“ von zentraler Bedeutung war. Die Währungsunion hätte eigentlich Motor der Fortentwicklung sein sollen, doch verringerte sie stattdessen den Anpassungsdruck zunächst durch die massiv gesunkenen Zinsen auf Staatsschulden und dann durch die „Querfinanzierung“ per TARGET2. Der Vorschlag zu einer „Entkopplung von Staatsfinanzen und Kreditversorgung“ ist daher zwar technisch richtig. In längerer Perspektive dürfte er sich aber als politisch naiv erweisen, da dadurch auf einer weiteren Ebene (mit entsprechend größeren finanziellen Risiken) der Integrationsdruck wesentlich gemindert würde. Das könnte vielleicht einige Zeit erkaufen. Diese würde jedoch kaum genutzt werden, eben weil es die „Entkopplung“ gäbe.
14. Juni 2012, Sveriges Radio P4 Norrbotten: Kungen hånas på falsk enkrona