Dietrich O.A. Klose / Franziska Jungmann-Stadler, Königlich Bayerisches Geld. Zahlungsmittel und Finanzen im Königreich Bayern 1806-1918

Dietrich O.A. Klose / Franziska Jungmann-Stadler, Königlich Bayerisches Geld. Zahlungsmittel und Finanzen im Königreich Bayern 1806-1918 […], in: Bankhistorisches Archiv 33 (2007), S. 79.

Rezension

Aus Anlaß des 200. Jubiläums der Erhebung Bayerns zum Königreich ist in der Veröffentlichungsreihe der Staatlichen Münzsammlung München ein sorgfältig ausgearbeiteter und gestalteter Katalog erschienen, der das bayerische Geldwesen von 1806 bis 1918 zum Thema hat. In dem Band werden sowohl die Münzprägungen als auch die Papiergeldemissionen behandelt. Ein Kapitel zum Thema „Geld im Alltag“ rundet die Veröffentlichung ab. Es stammt ebenso wie dasjenige zu den Münzen aus der Feder von Dietrich O.A. Klose, dem neuen Leiter der Staatlichen Münzsammlung in München, deren Bestände auf den Abbildungen wiedergegeben sind. Mit Giesecke & Devrient sowie der HypoVereinsbank ist das Erscheinen des Bandes bemerkenswerterweise von Firmen ermöglicht worden, die – trotz der zeitgenössischen Skepsis – im 19. Jahrhundert die Einführung und den Druck der bayerischen Banknoten übernahmen.

Nicht zuletzt die quellennahen Beschreibungen des Umgangs der Bevölkerung mit dem Geld machen eine besondere Stärke der Publikation aus. Die Zitate vermögen dem Leser gelegentlich sogar ein Schmunzeln zu entlocken. So schrieb etwa der 1869 verstorbene Techniker Peter Haseney zu der drucktechnischen Erschwerung von Fälschungen: „Ganz zu verhindern sind diese nicht, außer man legt jeder Note noch den Betrag in Baarem bei.“ (S. 77) Die Einführung der deutschen Reichswährung seit 1871 führte auch in Bayern zu anfänglichen Schwierigkeiten und offener Ablehnung. Unter anderem vermutete man eine Preiserhöhung, über die zumindest geklagt wurde, wobei jedoch nicht zuletzt Ressentiments gegenüber Preußen eine Rolle spielten. Im „Bayerischen Vaterland“ vom 31. Januar 1875 konnte man etwa lesen: „wir haben eine unseren Verhältnissen entsprechende Münze nicht erhalten, weil sie den Preußen nicht gepaßt hat und unsere preußischen ‚Brüder’ ihr Talersystem wenigstens noch unter dem Mantel der Mark retten wollten.“ (S. 8)

In dem Band wird mithin höchst aufschlußreiches Material zur Geldgeschichte präsentiert, das aufgrund des engen Zusammenhangs zwischen der Geschichte des Papiergeldes und derjenigen der Banken nicht zuletzt für Bankhistoriker von Interesse sein dürfte. Auch Sammler von bayerischen Münzen und Papiergeld kommen durch die umfangreichen Katalogteile auf ihre Kosten. Es ist daher nur zu hoffen, daß diese vorbildliche Publikation in anderen Bundesländern Nachahmung finden wird.

Hendrik Mäkeler, Kiel

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