Norbert Kamp, Moneta regis. Königliche Münzstätten und königliche Münzpolitik in der Stauferzeit

Norbert Kamp, Moneta regis. Königliche Münzstätten und königliche Münzpolitik in der Stauferzeit. (Monumenta Germaniae Historica, Schriften, Bd. 55.) […], in: Historische Zeitschrift 290 (2010) 2, S. 459f.

Rezension

Norbert Kamp (1927–1999) ist 1957 in Göttingen mit der nunmehr im Druck vorliegenden, von Percy Ernst Schramm betreuten Dissertation zu königlichen Münzstätten und königlicher Münzpolitik der Stauferzeit promoviert worden. Die Tatsache, daß die Veröffentlichung der Arbeit 50 Jahre später noch immer als dringlich empfunden wurde und kein Geringerer als Ernst Schubert das Werk in seinen letzten Lebensjahren redaktionell für die Publikation bearbeitet hat, sagt gewiß weit mehr über dessen Bedeutung aus, als es eine knappe Rezension jemals könnte. In drei Hauptteilen ging Kamp in seiner Untersuchung der Stellung des deutschen Königs im Münzwesen und dem königlichen Münzrecht in der Stauferzeit nach; er lieferte Beiträge zur stauferzeitlichen Geschichte der königlichen Münzstätten in Nürnberg, Donauwörth und Schongau; er stellte schließlich die Währungsräume der königlichen Münzstätten, Mittel und Wege staufischer Münzpolitik sowie die Bedeutung der Währung und Münzeinkünfte in der königlichen Finanzwirtschaft heraus. Dabei wandte Kamp unter anderem die währungsgeographische Methode an, die zuvor vor allem von Walter Hävernick und Peter Berghaus in der geldgeschichtlichen Forschung etabliert worden war. Die konsequente Verbindung numismatischer Quellen mit den Schriftzeugnissen stellte ein wichtiges Verdienst der Dissertation Kamps dar. Er vermochte dadurch nicht zuletzt die besonders aktive Geldpolitik Kaiser Friedrichs I. als „eine integrative Funktion im Gesamtzusammenhang der auf die Aufrichtung königlicher Landesherrschaft zielenden Territorialpolitik“ (S. 403) herauszustellen. Das Nachwort von Reiner Cunz verdeutlicht, daß eine vergleichbare Gesamtleistung für die behandelte Zeit trotz zahlreicher numismatischer Detailstudien bislang nicht wieder erreicht worden ist. Lediglich von deskriptiver Seite liegt mit Frank Bergers Bestandskatalog der Brakteaten im Kestner-Museum Hannover zwischenzeitlich ein maßgebliches Zitierwerk vor, das den gesamten Zeitraum abdeckt, in der großen Zahl der im Nachwort akribisch aufgeführten Werke jedoch ein wenig untergeht. Dieses Referenzwerk ergänzt Kamps Dissertation hervorragend, die seit ihrer Verteidigung nicht ersetzt werden konnte und auf absehbare Zeit auch weiterhin grundlegend für die königliche Münzpolitik in der Stauferzeit bleiben dürfte.

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