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'Penninghistoria'

Money in History

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Wirtschaftsgeschichte und Kliometrie

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Bernhard Löffler (utg.), Die kulturelle Seite der Währung

Bernhard Löffler (Hrsg.), Die kulturelle Seite der Währung (Historische Zeitschrift, Beiheft 50) […], i: Bankhistorisches Archiv 37 (2011) 1, s. 97-100.

Recension

Der Zustand des europäischen Währungswesens erscheint im Augenblick der Niederschrift dieser Besprechung dramatisch. Immer mehr und immer größere Rettungsschirme müssen aufgespannt werden, um die leeren Kassen europäischer Staaten vor der Gewitterwolke zu schützen, die der internationale Finanzmarkt derzeit über dem Euroraum hat aufziehen lassen. Ursache des Wetterleuchtens ist die fehlende Haushaltsdisziplin; als deren Konsequenz befürchtet man schlimmstenfalls die Auflösung des Euroraums.
Angesichts sich stetig überschlagender Nachrichtenmeldungen ist es angebracht innezuhalten, die Problematik im größeren historischen Rahmen zu betrachten und auf das Orientierungswissen zurückzugreifen, das die geld- und bankhistorische Forschung bereitstellt. Nur so lassen sich überzeugende, langfristig tragbare Problemlösungen erarbeiten. Es erweist sich dabei als Glücksfall, daß mit dem Sammelband „Die kulturelle Seite der Währung“, der auf eine Sektion des Konstanzer Historikertages von 2006 zurückgeht, gerade im rechten Augenblick ein überaus tiefschürfendes und anregendes Kompendium veröffentlicht wurde, anhand dessen sich die unterschiedlichen Traditionen der Währungsstabilität in ausgewählten europäischen Ländern verfolgen lassen.
Bernhard Löffler leitet den Band ein, indem er zunächst den Ansatz erörtert, Währungsgeschichte als Kulturgeschichte zu verstehen, und diesen Zugang sodann im Rahmen der Theorien Schumpeters, Webers, Simmels und Blumenbergs verortet. Zugleich macht er auf die Wurzeln dieser Herangehensweise im Umfeld der Wirtschaftsstil- und Wirtschaftskulturforschung aufmerksam. Das wesentlichste Argument für die zentrale Bedeutung der Fragestellung stellt jedoch die Einsicht dar, daß die Existenz oder Schaffung einer Stabilitätskultur unabdingbar für den Erfolg von Papiergeldsystemen ist (S. 12) – so daß Finanzzentren zu (ökonomischen) „Erinnerungsorten“ werden (S. 16). Im Anschluß an diese grundlegenden Überlegungen werden die weiteren Beiträge des Sammelbandes zusammengefaßt.
Der folgende Aufsatz von Bernd Hayo geht „Inflationseinstellungen, Zentralbankunabhängigkeit und Inflation“ aus wirtschaftstheoretischer Sicht nach (S. 37-62). Die Frage, ob „die Unabhängigkeit der Zentralbank der entscheidende Grund für die Sicherung niedriger Inflationsraten“ sei oder ob „Staaten, deren Bevölkerung Preisstabilität als wichtig ansieht, ihre Zentralbanken zur Erreichung dieses Ziels als unabhängig konzipiert“ haben (S. 41), erinnert dabei allerdings ein wenig an das Henne-Ei-Problem. Was Deutschland anbetrifft, wurde dieser gordische Knoten im übrigen zweimal, 1922 und 1948, durch die Alliierten zerschlagen, indem sie von außen eine unabhängige Zentralbank durchsetzten.
Dies zeigt (S. 80f.) Dieter Lindenlaub in seinem lesenswerten Beitrag über „Deutsches Stabilitätsbewußtsein“ (S. 63-100), durch den im übrigen die theoretischen Überlegungen Hayos verschiedentlich anhand historischer, man ist geradezu geneigt zu sagen: praktischer, Beispiele ergänzt und teilweise zurechtgerückt werden. Ein anderes Beispiel dafür, daß sich beide Beiträge hervorragend ergänzen, stellt Hayos Hypothese dar, die Unabhängigkeit der Zentralbank sei nicht hinreichend zur Gewährleistung niedriger Inflationsraten, „solange kein öffentlicher Konsens über das Ziel der Preisstabilität besteht“ (S. 45). Kehrt man diesen Ansatz um, muß man allerdings feststellen, daß öffentlicher Konsens zur Erreichung dieses Ziels eben auch nicht hinreicht. Das bleibt bei Hayo unerwähnt, findet bei Lindenlaub aber anhand der 1922 und 1923 von der (im übrigen nur de jure unabhängigen, da de facto an die allgemeinen politischen Ziele angepaßten) Reichsbank zur Finanzierung der Reparationen betriebenen Inflationspolitik Beachtung (S. 87f.).
Davon abgesehen, verdient je eine Schlußfolgerung Hayos und Lindenlaubs besondere Beachtung: Hayo hält fest, daß die jeweiligen Währungskulturen in den verschiedenen Ländern „eine entscheidende Erklärung für die Unterschiede in den nationalen Inflationsraten“ biete (S. 47). Diese Erkenntnis ist wichtig, da sie eine dringend notwendige kulturgeschichtliche Korrektur der bisher weitgehend wirtschaftswissenschaftlich dominierten Diskussion der Inflationsraten darstellt. Dieser Ansatz wird gewiß einigen Diskussionsbedarf nach sich ziehen.
Weit mehr politischen Sprengstoff enthält Lindenlaubs allerdings nur vorsichtig formulierte Möglichkeit, „die gesetzliche Unabhängigkeit der Zentralbank“ sei schlimmstenfalls auch „nötig, um Stabilitätspolitik gegen eine Koalition von Regierung und öffentlicher Meinung durchzusetzen“ (S. 90). Dies verdiente noch deutlicher vorgetragen und offensiver vertreten zu werden.
Olivier Feiertag stellt anschließend „La culture monétaire française au XXe siècle“ als wesentliche Grundlage einer overdraft economy dar (S. 101-121). Im Gegensatz zu Lindenlaub, der auf eine große Mehrheit der Deutschen verweisen kann, die Geldwertstabilität steigenden Löhnen vorzogen (S. 67f. mit Anm. 12), erkennt Feiertag in Frankreich „l’opposition entre l’État et le marché“, die unter anderem eine lang anhaltende negative Grundeinstellung zum Geld zur Folge hatte: „La spécificité française réside davantage dans la longévité de ces représentations négatives de la monnaie qui ont perduré grosso modo tout au long du XXe siècle […]“ (S. 120).
Bernhard Löffler untersucht daran anknüpfend „Argumentationsmuster, Diskursstrategien und politische Symbolik in den deutsch-französischen Debatten um die Einführung des Euro“ (S. 123-168). Wesentlichster Unterschied war dabei wohl die in Deutschland vorherrschende Kultur der unpolitischen Expertengremien (S. 133-135) gegenüber der französischen Vorstellung, daß die Währung sich der Politik anzupassen habe (S. 155-159). Weite Teile des Beitrags beziehen sich dabei auf die in ihren Wirkungszusammenhängen noch nicht abgeschlossene Gegenwart. Die historische Darstellung wird dadurch vor die Entscheidung gestellt, entweder auf eine wertende Kommentierung zu den referierten Meinungen zu verzichten oder aber eindeutig Stellung zu beziehen, was einer geschichtswissenschaftlichen Untersuchung allerdings durchaus politischen Charakter verleihen kann. Löffler wählt den ersteren Weg, was zur Folge hat, daß die Positionen der einzelnen Akteure relativ unkommentiert bleiben. So liest man etwa S. 128f. von massiver Kritik am Stabilitätskurs Hans Tietmeyers, die unter anderem von Claus Noé (1938-2008) geäußert wurde, einem Staatssekretär im Bundesfinanzministerium unter Oskar Lafontaine. Die Einzelheiten werden S. 134f. in einem längeren Zitat aus einem Artikel in der „Zeit“ 45/1998 nachgereicht, wo Noé das Verhalten der Bundesbank als „vordemokratische, absolutistische Politik“ geißelte und Tietmeyer eine Disqualifizierung der Parlamente vorwarf, wie sie in der Weimarer Republik stattgefunden habe. Diese polemischen Äußerungen rufen Widerspruch natürlich geradezu hervor, zumal sie die Verfassungskonformität der Auffassung des Staatssekretärs in dieser Sache fragwürdig erscheinen lassen: Mit dem 38. Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes war Ende 1992 bekanntlich die Unabhängigkeit der Bundesbank und die Sicherung der Preisstabilität als deren Aufgabe ausdrücklich im Grundgesetz festgeschrieben worden. Allein schon dadurch verbot und verbietet sich die von Noé geforderte Politisierung der Geldpolitik.
In einem brillant geschriebenen Aufsatz über „Pfund Sterling, Bank of England und britische Identität im 20. Jahrhundert“ (S. 169-197) vertritt Gabriele Metzler die Auffassung, daß es in den britischen Debatten über Euro und Pfund nicht um ökonomische Zusammenhänge gehe. „Vielmehr tradieren das Pfund und die Bank of England als genuin britische Institutionen spezifische Geschichtsbilder, in denen das gesellschaftliche und politische Selbstverständnis des Landes zum Ausdruck kommen.“ (S. 170) Insofern begreift die Verfasserin den „Euro als Katalysator europapolitischer Grundsatzdebatten“ (S. 169), womit die wohl treffendste Formulierung der Problematik in den Diskussionen über den Euro und den Beitritt zum Eurosystem in Großbritannien, Dänemark und Schweden vorliegt. Metzler macht zudem auf den wesentlichen Umstand aufmerksam, daß die gemeinsame Währung zusammen mit der Monarchie zentrales Symbol für den Zusammenhalt des Vereinigten Königreichs ist (S. 188). Gordon Brown konnte daher leicht die Sympathien auf seiner Seite wissen, wenn er sich immer wieder kritisch zu einem Euro-Beitritt äußerte (S. 182f., 186, 190).
Tobias Straumann nimmt sich eines weiteren interessanten Gebiets an: „Die Währungspolitik Schwedens und der Schweiz im 20. Jahrhundert“ (S. 199-223) lautet sein Thema. Nicht nur wegen gewisser Ähnlichkeiten der beiden nach der Bevölkerungszahl kleinen und lange laut der offiziellen Politik neutralen Länder drängt sich dieser Vergleich förmlich auf: Während man in der Schweiz die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre als Ansporn für einen liberalen Neuanfang verstand, wurde sie in Schweden als Marktversagen interpretiert, das nur durch eine dirigistische Politik zu vermeiden wäre. Der Schweizer Franken blieb auf diese Weise im 20. Jahrhundert eine der starken Währungen der Welt, während der Verlust der Unabhängigkeit der schwedischen Reichsbank und die Finanzierung der Wirtschafts- und Sozialpolitik auf dem Wege der Geldschöpfung starke Abwertungen der schwedischen Krone zur Folge hatte, bevor man sich seit den 1980er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen zur allmählichen Rückkehr zur Geldwertstabilität gezwungen sah. In der Gemengelage zwischen schwedischem Zentralismus und schweizerischem Föderalismus, den unterschiedlichen Ethnien, Konfessionen, Parteienlandschaften und wirtschaftlichen Strukturen lotet Straumann die Ursachen für diese stark unterschiedliche Politik sorgsam aus.
Im letzten Beitrag „Währungsordnung, Währungserfahrung und die politische Bedeutung der Krone im 20. Jahrhundert“ stellt Maria Köhler-Baur die einzige in dem Sammelband behandelte ehemalige Staatsbank vor, nämlich die der ehemaligen Tschechoslowakei. Köhler-Baur hebt dabei die enge Verbindung im öffentlichen Bewußtsein des nach dem Ersten Weltkrieg neu entstandenen tschechoslowakischen Nationalstaates mit der kurz darauf eingeführten Währung heraus. Im übrigen bietet der Aufsatz im wesentlichen eine nützliche Darstellung der unterschiedlichen Zäsuren in der tschechischen und slowakischen Währungsgeschichte, während Währungsbilder lediglich am Beispiel zweier zentraler Persönlichkeiten erörtert werden. Einerseits handelt es sich dabei um Alois Rašín (1867-1923), der als Finanzminister der ersten tschechoslowakischen Regierung die neue Währung einführte und damit wesentlich zur Stabilisierung des neuen Staates beitrug (S. 238-242). Andererseits gilt die Aufmerksamkeit der Verfasserin den marktwirtschaftlichen Reformen des heutigen Präsidenten der Tschechischen Republik, Václav Klaus, die dieser nach der „Samtenen Revolution“ von 1989 als Finanzminister durchgeführt hatte (S. 247-251).
Zwei Wünsche bleiben nach der Lektüre dieses Buches offen: Zum einen ist da der Wunsch „nach mehr“. Wenn keines der europäischen Mittelmeerländer behandelt wird, ist dies gerade in der aktuellen Krise bedauerlich, und eine entsprechende ergänzende Publikation wäre höchst willkommen. Zum anderen hält der Rezensent eine größere historische Tiefenschärfe für erstrebenswert – die Beiträge reichen selten in die Zeit vor dem 20. Jahrhundert zurück. Durch diese Beschränkung erscheinen die Währungskulturen insgesamt relativ statisch. Deren Dynamik wird erst deutlich, wenn man sich etwa vor Augen führt, daß ausgerechnet aus dem griechischen Raum die erste theoretische Begründung der Notwendigkeit wertstabilen Geldes überliefert ist (Aristoteles), während die Luxemburger in der mittelenglischen Literatur synonym für schlechte Münzen standen – eine Folge der Finanzierung der Königswahl Karls IV. aus dem Haus der Luxemburger im Jahr 1346 auf dem Wege massiver Geldentwertung.
Auf die Problematik solcher längerfristigen Entwicklungen verweist in dem Sammelband allerdings einzig Dieter Lindenlaub. Er stellt fest, daß ihm vor 1914 keine Nachweise unterschiedlicher Inflationsaversionen im europäischen Raum bekannt seien und hält deshalb die heutigen „nationalen Unterschiede der Inflationsaversion [für] eine relativ kurzfristige Erscheinung“ (S. 66f.). Dies ist eine ungemein wichtige Beobachtung. In Zukunft muß man sich wohl vermehrt der Bedeutung des Nationalstaatsgedankens für die Währungskulturen und die aufgrund der europäischen Gemeinschaftswährung in diesem Verhältnis auftretenden Veränderungen bewußt werden. Man wünscht sich dieses Buch daher nicht nur unter das Kopfkissen möglichst zahlreicher (geld-)politischer Entscheidungsträger, sondern kann die Lektüre auch jedem am Phänomen „Geld“ Interessierten uneingeschränkt empfehlen.

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Alexander Jung u.a. (Hrsg.): Geld macht Geschichte. Kriege, Krisen und die Herrschaft des Kapitals seit dem Mittelalter

Alexander Jung, Dietmar Pieper und Rainer Traub (Hrsg.): Geld macht Geschichte. Kriege, Krisen und die Herrschaft des Kapitals seit dem Mittelalter […], i: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 98 (2011) 2, s. 258.

Recension

Mit dem vorliegenden Buch feiert die Spiegel Geschichte-Ausgabe 4/2009 („Geld! Von den Fuggern zur Finanzkrise: Eine Chronologie des Kapitals“) eine Wiederauferstehung in Buchgestalt. Den Ursprungstext hat man dabei weitgehend unverändert übernommen; lediglich ein kurzes Vorwort ist hinzugefügt worden. Darin finden sich bereits viele problematische Bewertungen, etwa diejenige, Griechenland stehe „infolge der Finanzkrise […] am Rande des Staatsbankrotts“ (S. 11). Mithin wird die zugrundeliegende langjährige Mißwirtschaft verschwiegen und auf diese Weise eine Kapital(ismus)kritik geübt, die bereits im Titel des Buches angedeutet ist und sich zwischen den Buchdeckeln stellenweise fortsetzt. Dagegen findet man im Vorwort keinen Hinweis auf den Entstehungszusammenhang der in dem Band enthaltenen Beiträge. Dies wäre allerdings notwendig gewesen, um rechtzeitig die Erwartungen der Leser zu dämpfen, die in einem Buch üblicherweise hochwertigere Beiträge als in einem Magazin vermuten dürften. Ein Lektorat der Texte hat bei der Umarbeitung in Buchform augenscheinlich nicht stattgefunden, wodurch zumindest einige augenfällige Fehler hätten ausgemerzt werden können. So ist in dem einleitenden Interview mit Niall Ferguson, dem Autor einer englischen Dokumentation zur Geschichte des Geldes, die 2009 mit einem Emmy ausgezeichnet wurde, der englische Begriff für Tauschhandel nach wie vor falsch mit „Barterhandel“ übersetzt (S. 19). Zudem hätte bei einer redaktionellen Überarbeitung auffallen können, daß die Beiträge von Werner Plumpe zu „Lehren aus dem Gründerkrach“ und von Alexander Jung, der „Das Fanal von 1929“ behandelt, einander direkt widersprechen. Während Plumpe in seinem lesenswerten Text betont, daß der Vergleich der heutigen Finanzkrise mit dem Crash von 1929 und der folgenden wirtschaftlichen Talfahrt unsinnig sei, ja geradezu den Blick auf frühere und erkenntnisförderlichere Phänomene verstelle, meint Jung „augenfällige“ Parallelen zwischen Großer Depression und Gegenwart zu erkennen. Überhaupt ist das Niveau der Beiträge ebenso weit gestreut wie deren inhaltliche Schwerpunkte, die vom Mittelalter bis in die Gegenwart reichen. Rainer Traub etwa vertritt in seinem Artikel zur kommerziellen Revolution des Mittelalters die Pirenne-These noch so, als sei sie nie widerlegt worden (was wohl endgültig durch Michael McCormicks 2001 veröffentlichte „Origins of the European Economy“ geschah). Nils Klawitter geht hingegen in seinem erfreulichen, offenbar auf einem Interview mit Winfried Reichert basierenden Beitrag dem christlichen Zinsverbot und dessen Folgen im Mittelalter nach. Insgesamt erhält man mit dem Band eine Ansammlung zumeist recht leichter Lesekost, die häufig in spiegeltypischer Weise aus knappen, polemischen Darstellungen besteht. Das Buch ist dadurch eine kurzweilige Lektüre, die allerdings fast durchgängig ziemlich oberflächlich ist und keinen bleibenden Eindruck hinterläßt. Wenn man das Werk lesen möchte, sollte man angesichts der zahlreicheren und farbigen Abbildungen aber lieber auf das (zudem noch billigere) Spiegel Geschichte-Heft zurückgreifen.

Hendrik Mäkeler, Uppsala

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Reichsmünzwesen im späten Mittelalter. Teil 1: Das 14. Jahrhundert

Reichsmünzwesen im späten Mittelalter. Del 1: Das 14. Jahrhundert

Reichsmünzwesen im späten Mittelalter. Del 1: Das 14. Jahrhundert

Reichsmünzwesen im späten Mittelalter. Del 1: Das 14. Jahrhundert (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Beihefte, 209), Stuttgart 2010. 328 s., 2 planscher. [Projektbeskrivning].

Man könne die Geschichte der Völker und Kulturen nicht verstehen, wenn man deren Geld keine Beachtung schenke, hat Wilhelm Röpke einmal angemerkt. Dieser Einsicht folgend, werden in der vorliegenden Arbeit Geschichte und Bedeutung des Geldes in den deutschen Landen des Spätmittelalters untersucht – insbesondere unter verfassungsgeschichtlichen Aspekten. Diese verdeutlichen etwa die Anfänge des Hundertjährigen Krieges und die Königswahl Karls IV., denn in der zunehmend monetarisierten Politik waren Geldzahlungen nun ein bevorzugtes Machtmittel. Aufgrund ihrer enormen Höhe beeinflußten sie maßgeblich die Entwicklung der Geldtheorie und die Organisation der Münzprägung im europäischen Raum. Doch auch der alltägliche Umgang der Menschen mit geringeren Beträgen wird am Beispiel von Ablaßkollektoren, Kaufleuten, Stadträten und Studenten in den Blick genommen. Die Arbeit schließt damit den ersten Teil einer Forschungslücke, die die Geldgeschichtsschreibung für den deutschen Raum im späten Mittelalter aufweist.

Innehållsförteckning

Reklam

Reichsmünzwesen im späten Mittelalter, del 1 (libreka!, sökbart)

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Beställ: Reichsmünzwesen im späten Mittelalter, Teil 1 (Franz Steiner Verlag)

Recensioner

„Numismatik macht Spaß! Dies kann man nicht nur dem Vorwort des Autors dieser spannenden Zusammenfassung zum Reichsmünzwesen im späten Mittelalter entnehmen. Das kommt auch in Hendrik Mäkelers Buch vom ersten bis zum letzten Kapitel zum Tragen. […] Die Abhandlung von Hendrik Mäkeler ist der lebendige Beweis, daß echte Numismatik nicht langweilig sein muß. Im Gegenteil, wann immer der Mensch im Mittelpunkt steht, wird unsere geldgeschichtliche Vergangenheit unglaublich gegenwärtig. Dieses Buch muß man nicht nur kaufen, sondern auch lesen.“

Ursula Kampmann, i: MünzenRevue (2010) 7/8, s. 50f.

„Insgesamt erweist der Verfasser, wie die Politik während seiner Untersuchungszeit zunehmend monetarisiert wird und Geldzahlungen zu einem besonders wichtigen Machtmittel werden und ihrerseits Geldtheorie und Prägeorganisation beeinflussen. Dies führt von oben nach unten allmählich auch zu erkennbaren Auswirkungen der Geldeinstellung weiter Bereiche der gesamten Bevölkerung. Im Ergebnis kann der Bearbeiter am Ende seiner überzeugenden Untersuchung unter Verwendung des Münzwesens als Anzeigegerät vom Zerfall des Reiches im Laufe des 14. Jahrhunderts sprechen.“

Gerhard Köbler, i: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 128 (2011).

„Il venir meno del tentativo di Carlo IV di introdurre un unico sistema monetario, spinse a cercare una soluzione realizzando unioni monetarie che costituirono poi un modello per l’impero utilizzato fino all’epoca moderna. Il volume dedica particolare attenzione all’analisi dei documenti di archivio e al ruolo svolto dai maestri di zecca (alcuni italiani). Vengono ricordati i contatti tra l’imperatore e Francesco Petrarca e l’interesse di Carlo IV per le monete antiche.“

Giuseppe Girola, i: Societa’ Numismatica Italiana. Communicazione 24 (2011) 62, s. 37.

„Mäkeler hat eine gut lesbare, breit recherchierte und sorgfältig analysierende Untersuchung über die Rolle des Reichs in der Münzgeschichte des 14. Jh.s, aber auch zur Rolle des Geldes in der Reichspolitik dieser Epoche vorgelegt, die man mit Gewinn liest. Gerade durch die breite Heranziehung der Quellen darf das Buch beanspruchen, ein Standardwerk zu diesem Thema zu sein, das es bisher nicht gab. Die spannende Lektüre ist gerade auch Historikern und Wirtschaftshistorikern zu wünschen.“

Hubert Emmerig, i: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 98 (2011) 3, s. 410f.

„Das Buch ist ohne Frage die wichtigste Neuerscheinung der letzten Jahre zum Geld- und Münzwesen des Deutschen Reichs im Spätmittelalter. Es berücksichtigt, was Historiker von Numismatik verstehen und hören wollen und steht selber in der Beherrschung des Handwerkszeugs der Historiker, insbesondere in der Kenntnis der Schriftquellen und Literatur, auf außerordentlich hohem Niveau. In diesem Sinne dürfte es in Historikerkreisen als Werbung für die Numismatik aufgenommen werden. Dem vor allem auf die Münzen fixierten Numismatiker wird viel Ergänzendes aus den Schriftquellen an die Hand gegeben, so dass schon aus diesem Grunde das Buch eine Pflichtlektüre darstellt.“

Bernd Kluge, i: Geldgeschichtliche Nachrichten 46 (2011) 255, s. 166f.

„Neue Erkenntnisse vermag Mäkeler vor allem zu der als gescheitert geltenden ,Reichsmünzpolitik’ Kaiser Karls IV. beizusteuern. Er weist nach, dass es vor der Goldenen Bulle von 1356, in der das kurfürstliche Recht der Goldmünzenprägung verankert wurde, für kurze Zeit sehr wohl eine Art Reichswährung gegeben hat. Auf der Grundlage eines Landfriedensbündnisses, das die Kurfürsten von Köln und Trier sowie der Markgraf von Jülich 1348 abgeschlossen hatten und das von Karl auch reichsrechtlich sanktioniert worden ist, haben in der Folge insgesamt 16, über das ganze Reich verteilte Münzherren durch den Reichsadler gekennzeichnete ,Reichsgoldgulden’ geprägt. Dass die Pläne Karls zum Reichsmünzwesen aber viel weiter gingen, kann Mäkeler anhand eines Musters für ein Privileg ,De moneta imperii’ belegen, das der Registrator der kaiserlichen Kanzlei Johann von Gelnhausen in sein Formularbuch aufnahm. Danach hatte Karl IV. eine reichseinheitliche Währung vorgeschwebt, die neben einer silbernen Groschen- und einer (leichteren) Goldmünze nach dem Florentiner Typ auch eine schwere Goldmünze nach französisch-niederländischem Vorbild, sogenannte Goldene Schilde, umfassen sollte.“

Wolfgang Dobras, i: Historische Zeitschrift 293 (2011), s. 486-488.

„Volymen […] behandlar myntningen i Tyskland från Ludwig der Bayer 1314-1347 till Wenceslas 1376-1400. Inledningen sammanfaller med införandet av guldmynt och en högre valör i silver (groat) i Tyskland. Karl IV lyckades sedan genomföra krav på att rätten att prägla guldmynt bara kunde förlänas av kejsaren. Han präglade också (i liten skala) guldmynt som skulle vara giltiga i hela det Tyska riket. Han tvingades emellertid att ge efter och under hans son Wenceslas krossades kejsarens planerade nationella myntpolitik när andra makthavare skapade regionala myntförbund som själva bestämde över myntningen. Kejsarens misslyckade försök att skapa en nationell myntpolitik banade sedan väg för det Tyska rikets fortsatta splittring.“

Kenneth Jonsson, i: myntstudier (2011) 1, s. 19.

„La storia della numismatica non ha solamente un interesse antiquario, ma viene utilizzata in questo studio innovativo come fonte, alla stregua degli altri documenti scritti, per capire i meccanismi di propaganda e strategia politica dell’istituzione (o meglio del sovrano) che conia la moneta.“

Marianna Cerno, in: Medioevo Latino 32 (2011), S. 1039f. Nr. 11800.

„The explicit aim of the project is to bring numismatic evidence into contact with the documentary record; to ‘rescue’, in a sense, numismatics from antiquarian status, and illuminate the history of the imperial coinage in so doing. The product is nothing if not thorough.“

Stephen Mossman, i: German History 30 (2012) 1, s. 127-129.

„Die von Mäkeler vorgelegte Untersuchung bietet insgesamt eine gut lesbare Darstellung der Reichsmünzpolitik im 14. Jahrhundert, die sowohl für Numismatiker, als auch Wirtschaftshistoriker und Historiker allgemein eine bereichernde Lektüre darstellt. Durch die Verknüpfung von Schrift- und Sachquellen in Verbindung mit einer umfassenden Kenntnis der Fachliteratur gelingt es dem Verfasser eindrucksvoll, neue Interpretationen anzubieten und neue Blickwinkel auf einen wesentlichen Aspekt königlich-kaiserlicher Herrschaft zu eröffnen. Die leicht nachvollziehbare Gliederung des umfangreichen Stoffes, die guten Zusammenfassungen am Ende der jeweiligen Kapitel, Diagramme und insgesamt 13 Karten erleichtern auch mit dieser Materie bislang wenig Vertrauten das Studium des Buches. Es ist zu wünschen, dass dieser Band zahlreiche Historiker für die Numismatik und die aus ihr gewonnen Erkenntnisse begeistern kann und dem Autor eine ebenso gelungene Fortsetzung für das 15. Jahrhundert gelingt.“
Thomas Czerner, i: H-Soz-u-Kult, 30.05.2012

„Mäkeler ist es gelungen, keine trockene Faktenzusammenstellung, sondern – bei aller wissenschaftlichen Exaktheit – einen leicht lesbaren geldgeschichtlichen Überblick über ein ganzes Jahrhundert zu schreiben. Und den Formulierungen im Vorwort kann man erfreulicherweise entnehmen, daß auch das Reichsmünzwesen des 15. Jahrhunderts in dieser Form vorgelegt werden wird.“
I. Scheerenschmidt, i: Münzen und Sammeln (2012) Mai, s. 49.

„Unter dem Strich bleibt eine anregende, materialreiche Darstellung, die Stoff für weitere Diskussionen bietet, ihren Titel aber noch durch die als Teil II zu erwartende Behandlung des 15. Jh. rechtfertigen muß.“
Bernd Kluge, i: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 67 (2011) 2, s. 755f.

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Studiebesök på Uppsala universitets myntkabinett

Uppsala universitet
Ekonomisk-historiska institutionen
Historiska institutionen
Institutionen för idé- och lärdomshistoria

Historikerprogrammet
Studiebesök på Uppsala universitets myntkabinett
Datum och tid: 2009-10-13 kl 13.15-16.00 (grupp 2), 2009-10-14 kl 09.15-11.00 (grupp 3), 2009-10-14 kl 13.15-16.00 (grupp 1)

Vi går igenom mynt- och penninghistoriens huvudlinjer från 600-talet f.Kr. fram till idag. I samband med detta visas utvalda mynt präglade av Alexander den store, Caesar, Brutus, Konstantin den store, Karl den store, Olof Skötkonung, Kristina och Gustav III samt medaljer, polletter m.m. ur Myntkabinettets samling. Samtidigt följer vi de mest väsentliga penningteorierna som man behöver känna till för att förstå penningväsendets utveckling. Avgörande betydelse i detta avseende har Aristoteles, som kom med världens första mera omfattande penningteori. Som lärare för Alexander den store tycks han även ha påverkat dess penningpolitik.

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Avhandling: De tyska kungars och kejsares myntning på senmedeltiden, del 1: 1300-talet

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Hubert Emmerig: Der Freisinger Münzschatzfund und das Geldwesen in Bayern zur Karolingerzeit. Mit einer Auswertung des Freisinger Traditionsbuches als geldgeschichtlicher Quelle

Hubert Emmerig: Der Freisinger Münzschatzfund und das Geldwesen in Bayern zur Karolingerzeit. Mit einer Auswertung des Freisinger Traditionsbuches als geldgeschichtlicher Quelle, in: Ulrike Götz (Hrsg.): 38. Sammelblatt des Historischen Vereins Freising (2004) […], i: Geldgeschichtliche Nachrichten 40 (2005) 223, s. 156.

Recension

Bei dem Münzschatzfund von Freising handelt es sich um den einzigen karolingerzeitlichen Depotfund aus dem bayerischen Raum. Nachdem der Fund 1938 bei Ausschachtungsarbeiten gemacht worden war, galt er der numismatischen Forschung bald als verloren und wurde erst 1998 zu großen Teilen im Stadtarchiv Freising wiederentdeckt. Hubert Emmerig hat im ersten Teil dieses umfänglichen Aufsatzes eine akribische Rekonstruktion der Fundgeschichte und der beteiligten Personen vorgelegt Continue reading “Hubert Emmerig: Der Freisinger Münzschatzfund und das Geldwesen in Bayern zur Karolingerzeit. Mit einer Auswertung des Freisinger Traditionsbuches als geldgeschichtlicher Quelle” »

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Köpmän på senmedeltiden

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A furore normannorum libera nos Domine – Les Vikings

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