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'Numismatik'

Peter Berghaus (1919-2012)

Hendrik Mäkeler: Peter Berghaus (1919-2012), in: Secrétariat du Conseil International de Numismatique (Hrsg.): Compte rendu 59 (2012), S. 78-82.

Peter Berghaus (1919-2012)

Peter Berghaus während des Freundschafts- und wissenschaftlichen Arbeitstreffens der Koninklijk Genootschap voor Munt- en Penningkunde und des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete am 11. September 2004

Am 16. November 2012 ist mit Peter Berghaus „one of the most eminent numismatists of this century“ (so Philip Grierson 1986 im ersten Band der „Medieval European Coinage“) in Münster verstorben. Peter Berghaus hatte zahlreiche Freunde in aller Welt und war durch seine Arbeiten zu den verschiedensten Gebieten der Numismatik weithin wohlbekannt, wozu von 1973 bis 1986 auch seine Mitgliedschaft im Vorstand der Internationalen Numismatischen Kommission beitrug, deren Vizepräsidentschaft er 1979 übernahm.

Berghaus wurde am 20. November 1919 in Hamburg geboren und besuchte dort das Johanneum, das älteste Gymnasium der Stadt, das bereits 1529 von Johannes Bugenhagen gegründet worden war. Seine altsprachlich-humanistische Grundbildung erhielt Peter Berghaus an dieser Schule; Latein und Altgriechisch beherrschte und rezitierte er bis ins hohe Alter. Seinerzeit weniger opportun waren Studien des Hebräischen, denen er sich heimlich widmete. Wie die meisten jungen Männer seiner Generation wurde Peter Berghaus zur Reichswehr eingezogen und während des Zweiten Weltkriegs in verschiedenen Ländern eingesetzt. Nach den schrecklichen Kriegserfahrungen, die Europa und die Welt mit Deutschland machen mussten, berührte es ihn besonders, dass die Mitglieder der Koninklijk Nederlands Genootschap voor Munt- en Penningkunde sich so freundschaftlich der von ihm initiierten Zusammenarbeit mit den Münzfreunden für Westfalen und Nachbargebiete widmeten – und dass er, nachdem er als Soldat in einem griechischen Dorf mit seinen Altgriechischkenntnissen hatte dolmetschen müssen, Jahrzehnte nach dem Krieg dort wiedererkannt und auf das herzlichste empfangen wurde.

Bereits in seiner Jugend hatte Peter Berghaus begonnen, Münzen vor allem des Mittelalters zu sammeln. Durch eine Begegnung mit Walter Hävernick wurde sein Weg in die Berufsnumismatik bereitet, den er nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Studium der Geschichte, Volkskunde und Kunstgeschichte in Hamburg einschlug, wohin es Hävernick aus Gotha verschlagen hatte. In seiner 1951 erschienenen Dissertation, die von Hävernick und Hermann Aubin betreut wurde, widmete Peter Berghaus sich den spätmittelalterlichen Währungsgrenzen im westfälischen Oberwesergebiet. Die Arbeit ist als erster Band der „Numismatischen Studien“ erschienen und begründete damit die Hamburger Schule der Numismatik. Der Text liest sich noch heute überaus anregend. Unter anderem warnte Berghaus darin vor der Verwendung von Regestenwerken, die für numismatische Arbeiten gemeinhin unbrauchbar seien; er kennzeichnete das sogenannte Greshamsche Gesetz als nur bedingt zutreffend, stellte Geldwertveränderungen als Auslöser für den Wandel bzw. Zerfall von Währungsräumen heraus und kam schließlich zu dem Ergebnis, daß die untersuchten Währungsgrenzen keinesfalls mit territorialen Grenzen, sondern vielmehr mit natürlichen Landschaftsgrenzen korrelierten.

Zu einer entsprechenden Erkenntnis gelangte später Robert Mundell, in dessen 1961 veröffentlichter Theorie optimaler Währungsräume es heißt: „The optimum currency area is the region.“ Für seine diesbezüglichen Forschungen erhielt Mundell im Übrigen 1999 den Wirtschaftsnobelpreis. Dem Nobelkomittee war die ein Jahrzehnt ältere Hamburger Dissertation offensichtlich unbekannt geblieben. An Peter Berghaus kann das nicht gelegen haben, denn der pflegte seit 1949 immer auch enge Kontakte nach Schweden – und sprach alsbald ganz selbstredend fließend die Landessprache. Zu deren Erlernen empfahl er die Lektüre der dortigen Kriminalliteratur, und das lange bevor Autoren wie Henning Mankell auch im Ausland Bekanntheit erlangten.

In Schweden war Berghaus maßgeblich an der Bearbeitung der Münzfunde der Wikingerzeit beteiligt, die bekanntermaßen reich an deutschen Fundmünzen sind. Aus deutscher Sicht formulierte Peter Berghaus 1968 in einem Beitrag zu den ältesten Münzen Münsters in schwedischen Funden verschiedene noch immer wichtige Fragen zu diesen Edelmetalldepots: „Ist die Verbreitung der Münzen einer deutschen Münzstätte des 10. und 11. Jahrhunderts in den Funden der Wikingerzeit tatsächlich ein getreues Spiegelbild der Prägestärke? Lassen sich die Fundzahlen statistisch auswerten? Haben wir von 980 bis 1130 mit einem gleichmäßigen Abfließen der Münzen einer Münzstätte zum Ostseegebiet zu rechnen? Oder gab es keine feste Relation zwischen Münzprägung und Münzexport?“

Sein weiterer Berufsweg führte Peter Berghaus jedoch nach Westfalen, wo er seit 1950 in Münster das Münzkabinett im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte leitete, dessen Museumsdirektor er 1977 wurde. Wenig hat ihn in dieser arbeitsreichen Zeit bis zu seiner Pensionierung 1984 mehr irritiert als die ihm bisweilen widerfahrene Behandlung als Vertreter eines vermeintlich unbedeutenden Nischenfachs, zumal ihm selbst derartige Allüren gegenüber anderen Menschen gleich welcher Berufsgruppen grundfremd waren.

Wie sein Schriftenverzeichnis ausweist, waren die Jahrzehnte in Münster für Peter Berghaus eine außerordentlich produktive Zeit. Eine auch nur annähernd vollständige Würdigung seiner Werke ist in diesem Rahmen nicht möglich. Verwiesen sei lediglich auf einige wenige Arbeiten, die besondere methodische Bedeutung für die Numismatik haben. Als am meisten unterschätzt bezeichnete Berghaus selbst darunter den Beitrag „Aufgaben und Methoden der landschaftlichen Münzfundstatistik am Beispiel Westfalen“, der als Vortrag auf dem Deutschen Numismatikertag 1951 veröffentlicht wurde. Es geht darin um Quellen zu Münzfunden sowie um Münzfunde als Quellen für Münz- und Geldgeschichte, Handelsgeschichte, Archäologie und Volkskunde. Mithin wird die Verankerung dessen, was man analog zur archäologischen Landesaufnahme als ‚numismatische Landesaufnahme’ bezeichnen könnte, über die Numismatik hinaus in den Nachbarwissenschaften als ein wesentliches Anliegen des Beitrags deutlich. Berghaus ist es dabei nicht zuletzt um die Befragung der Bevölkerung „als eine unumgängliche Quelle“ zu tun. Hierbei zeigte sich wiederum seine sympathische Art, auf Menschen zuzugehen, eine Eigenschaft, die er in der Numismatik allgemein nutzbar gemacht sehen wollte.

Des Weiteren ist Peter Berghaus die Einführung der Stempelvergleichenden Methode in die deutsche Mittelalternumismatik zu verdanken. Der Ansatz lässt sich von der Entdeckung der Methode für die antike Numismatik durch Friedrich Imhoof-Blumer über Kurt Regling und Willy Schwabacher bis hin zu Peter Berghaus verfolgen, der Schwabacher in Stockholm kennenlernte und von diesem davon überzeugt wurde, dass die Stempelvergleichende Methode „aller zukünftigen numismatisch-archäologischen Arbeit Vorbild sein muß“ (so Schwabacher 1924 in seiner Dissertation). Den ersten Versuch zur Umsetzung dieser Forderung machte Berghaus mit seinem Beitrag „Zur Anwendung der stempelvergleichenden Methode bei deutschen Münzen aus wikingerzeitlichen Schatzfunden“, der 1967 in der Schwabacher-Festschrift erschien.

Mit seinem Beitrag „Phasen und Schwankungen des Exports deutscher Münzen des 10. und 11. Jahrhunderts in das Ostseegebiet am Beispiel Duisburg“ zum Berliner Dannenberg-Kolloquium von 1990, der 1993 im Druck vorgelegt wurde, führte Peter Berghaus den stempelvergleichenden Ansatz konsequent weiter, indem er die Methode zur Beantwortung seiner bereits 1968 aufgeworfenen Fragen zu den wikingerzeitlichen Edelmetalldepots einsetzte. Dazu errechnete er auf der Basis der bis zu diesem Zeitpunkt stempelkritisch bearbeiteten Münzserien den Ausfuhranteil der Münztypen und sprach dabei von einem „Ausfuhrquotienten“.

Neben der Mittelalternumismatik und dem westfälischen Münzwesen galt das besondere Interesse von Peter Berghaus nicht zuletzt der Wissenschaftsgeschichte der Numismatik. Dieses Interesse manifestierte sich in einer umfangreichen Sammlung von graphischen Portraits, die 2004 von den Staatlichen Museen zu Berlin erworben werden konnten, und in deren Auswertung im Rahmen einer 50 Teile umfassenden Beitragsreihe „Numismatiker im Porträt“, die in den Geldgeschichtlichen Nachrichten erschien.

Am Rande zahlreicher Reisen, während derer er in erster Linie humanitäre Hilfsprojekte verfolgte, widmete Peter Berghaus sich zudem den Funden römischer Münzen in Indien und war dadurch wesentlich an der Erschließung dieses Bereichs für die westliche Numismatik beteiligt. Das von ihm zusammengestellte Material hat Berghaus an Reinhard Wolters übergeben. Bei weitem nicht nur an diesem Beispiel wird deutlich, dass Peter Berghaus stets großzügig und uneigennützig sein Wissen und seine Materialkenntnisse an Schüler und Kollegen weitergegeben hat. Dies geschah in besonderem Maße während zahlreicher Lehrveranstaltungen am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wo Berghaus seit 1955 Lehrbeauftragter und seit 1961 Honorar-Professor für Numismatik war. Auf diese Weise bildete sich ein umfangreicher Schülerkreis, der heute an Universitäten, Museen und im Münzhandel tätig oder als Sammler der Numismatik verbunden ist – eine anregende Kombination, die Peter Berghaus über seine Lebensstationen hinweg selbst vorgelebt hat. Seinen zahlreichen Freunden bleibt er immer als hilfsbereiter und liebenswürdiger Mensch in Erinnerung, der Fachwelt darüber hinaus durch seine wissenschaftlichen Arbeiten, die auch in Zukunft neue Untersuchungen anregen werden.

Grundlegende Aufsätze und die Bibliographie von Peter Berghaus sind in dessen Festschrift von 1999 zusammengestellt.

Peter Berghaus: Denar – Sterling – Goldgulden. Ausgewählte Schriften zur Numismatik, hrsg. von Gert Hatz, Peter Ilisch und Bernd Kluge, Osnabrück 1999.

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Wozu eigentlich ein Universitätsmünzkabinett?

Hendrik Mäkeler: Wozu eigentlich ein Universitätsmünzkabinett?, in: Karin Gille-Linne, Susanne Ude-Koeller und Gabriele G. Weis (Red.): Dinge des Wissens. Die Sammlungen, Museen und Gärten der Universität Göttingen, Göttingen 2012, S. 97-105.

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Querbezüge zwischen Mittelalternumismatik und Geldtheorie. Zur Deutung wikingerzeitlicher Depotfunde

Hendrik Mäkeler: Querbezüge zwischen Mittelalternumismatik und Geldtheorie. Zur Deutung wikingerzeitlicher Depotfunde, in: Gerd Dethlefs, Arent Pol und Stefan Wittenbrink (Hrsg.): NUMMI DOCENT! Münzen – Schätze – Funde. Festschrift für Peter Ilisch zum 65. Geburtstag am 28. April 2012, Osnabrück 2012, S. 79-91.

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Bernd Kluge, Numismatik des Mittelalters, Bd. 1: Handbuch und Thesaurus Nummorum Medii Aevi

Bernd Kluge, Numismatik des Mittelalters, Bd. 1: Handbuch und Thesaurus Nummorum Medii Aevi (SB Wien 769 = Veröffentlichungen der Numismatischen Kommission 45) […], in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 65 (2009) 2, S. 724f.

Rezension

Mit seinem Handbuch der Mittelalternumismatik hat sich K. einer herkulischen Aufgabe angenommen. Continue reading “Bernd Kluge, Numismatik des Mittelalters, Bd. 1: Handbuch und Thesaurus Nummorum Medii Aevi” »

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Reichsmünzwesen im späten Mittelalter. Teil 1: Das 14. Jahrhundert

Reichsmünzwesen im späten Mittelalter. Teil 1: Das 14. Jahrhundert

Reichsmünzwesen im späten Mittelalter. Teil 1: Das 14. Jahrhundert

Reichsmünzwesen im späten Mittelalter. Teil 1: Das 14. Jahrhundert (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Beihefte, 209), Stuttgart 2010. 328 S., 2 Tafeln. [Projektbeschreibung].

Man könne die Geschichte der Völker und Kulturen nicht verstehen, wenn man deren Geld keine Beachtung schenke, hat Wilhelm Röpke einmal angemerkt. Dieser Einsicht folgend, werden in der vorliegenden Arbeit Geschichte und Bedeutung des Geldes in den deutschen Landen des Spätmittelalters untersucht – insbesondere unter verfassungsgeschichtlichen Aspekten. Diese verdeutlichen etwa die Anfänge des Hundertjährigen Krieges und die Königswahl Karls IV., denn in der zunehmend monetarisierten Politik waren Geldzahlungen nun ein bevorzugtes Machtmittel. Aufgrund ihrer enormen Höhe beeinflußten sie maßgeblich die Entwicklung der Geldtheorie und die Organisation der Münzprägung im europäischen Raum. Doch auch der alltägliche Umgang der Menschen mit geringeren Beträgen wird am Beispiel von Ablaßkollektoren, Kaufleuten, Stadträten und Studenten in den Blick genommen. Die Arbeit schließt damit den ersten Teil einer Forschungslücke, die die Geldgeschichtsschreibung für den deutschen Raum im späten Mittelalter aufweist.

Inhaltsverzeichnis

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Rezensionen
„Numismatik macht Spaß! Dies kann man nicht nur dem Vorwort des Autors dieser spannenden Zusammenfassung zum Reichsmünzwesen im späten Mittelalter entnehmen. Das kommt auch in Hendrik Mäkelers Buch vom ersten bis zum letzten Kapitel zum Tragen. […] Die Abhandlung von Hendrik Mäkeler ist der lebendige Beweis, daß echte Numismatik nicht langweilig sein muß. Im Gegenteil, wann immer der Mensch im Mittelpunkt steht, wird unsere geldgeschichtliche Vergangenheit unglaublich gegenwärtig. Dieses Buch muß man nicht nur kaufen, sondern auch lesen.“
Ursula Kampmann, in: MünzenRevue (2010) 7/8, S. 50f.

„Insgesamt erweist der Verfasser, wie die Politik während seiner Untersuchungszeit zunehmend monetarisiert wird und Geldzahlungen zu einem besonders wichtigen Machtmittel werden und ihrerseits Geldtheorie und Prägeorganisation beeinflussen. Dies führt von oben nach unten allmählich auch zu erkennbaren Auswirkungen der Geldeinstellung weiter Bereiche der gesamten Bevölkerung. Im Ergebnis kann der Bearbeiter am Ende seiner überzeugenden Untersuchung unter Verwendung des Münzwesens als Anzeigegerät vom Zerfall des Reiches im Laufe des 14. Jahrhunderts sprechen.“
Gerhard Köbler, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 128 (2011).

„Il venir meno del tentativo di Carlo IV di introdurre un unico sistema monetario, spinse a cercare una soluzione realizzando unioni monetarie che costituirono poi un modello per l’impero utilizzato fino all’epoca moderna. Il volume dedica particolare attenzione all’analisi dei documenti di archivio e al ruolo svolto dai maestri di zecca (alcuni italiani). Vengono ricordati i contatti tra l’imperatore e Francesco Petrarca e l’interesse di Carlo IV per le monete antiche.“
Giuseppe Girola, in: Societa’ Numismatica Italiana. Communicazione 24 (2011) 62, S. 37.

„Mäkeler hat eine gut lesbare, breit recherchierte und sorgfältig analysierende Untersuchung über die Rolle des Reichs in der Münzgeschichte des 14. Jh.s, aber auch zur Rolle des Geldes in der Reichspolitik dieser Epoche vorgelegt, die man mit Gewinn liest. Gerade durch die breite Heranziehung der Quellen darf das Buch beanspruchen, ein Standardwerk zu diesem Thema zu sein, das es bisher nicht gab. Die spannende Lektüre ist gerade auch Historikern und Wirtschaftshistorikern zu wünschen.“
Hubert Emmerig, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 98 (2011) 3, S. 410f.

„Das Buch ist ohne Frage die wichtigste Neuerscheinung der letzten Jahre zum Geld- und Münzwesen des Deutschen Reichs im Spätmittelalter. Es berücksichtigt, was Historiker von Numismatik verstehen und hören wollen und steht selber in der Beherrschung des Handwerkszeugs der Historiker, insbesondere in der Kenntnis der Schriftquellen und Literatur, auf außerordentlich hohem Niveau. In diesem Sinne dürfte es in Historikerkreisen als Werbung für die Numismatik aufgenommen werden. Dem vor allem auf die Münzen fixierten Numismatiker wird viel Ergänzendes aus den Schriftquellen an die Hand gegeben, so dass schon aus diesem Grunde das Buch eine Pflichtlektüre darstellt.“
Bernd Kluge, in: Geldgeschichtliche Nachrichten 46 (2011) 255, S. 166f.

„Neue Erkenntnisse vermag Mäkeler vor allem zu der als gescheitert geltenden ,Reichsmünzpolitik’ Kaiser Karls IV. beizusteuern. Er weist nach, dass es vor der Goldenen Bulle von 1356, in der das kurfürstliche Recht der Goldmünzenprägung verankert wurde, für kurze Zeit sehr wohl eine Art Reichswährung gegeben hat. Auf der Grundlage eines Landfriedensbündnisses, das die Kurfürsten von Köln und Trier sowie der Markgraf von Jülich 1348 abgeschlossen hatten und das von Karl auch reichsrechtlich sanktioniert worden ist, haben in der Folge insgesamt 16, über das ganze Reich verteilte Münzherren durch den Reichsadler gekennzeichnete ,Reichsgoldgulden’ geprägt. Dass die Pläne Karls zum Reichsmünzwesen aber viel weiter gingen, kann Mäkeler anhand eines Musters für ein Privileg ,De moneta imperii’ belegen, das der Registrator der kaiserlichen Kanzlei Johann von Gelnhausen in sein Formularbuch aufnahm. Danach hatte Karl IV. eine reichseinheitliche Währung vorgeschwebt, die neben einer silbernen Groschen- und einer (leichteren) Goldmünze nach dem Florentiner Typ auch eine schwere Goldmünze nach französisch-niederländischem Vorbild, sogenannte Goldene Schilde, umfassen sollte.“
Wolfgang Dobras, in: Historische Zeitschrift 293 (2011), S. 486-488.

„Volymen […] behandlar myntningen i Tyskland från Ludwig der Bayer 1314-1347 till Wenceslas 1376-1400. Inledningen sammanfaller med införandet av guldmynt och en högre valör i silver (groat) i Tyskland. Karl IV lyckades sedan genomföra krav på att rätten att prägla guldmynt bara kunde förlänas av kejsaren. Han präglade också (i liten skala) guldmynt som skulle vara giltiga i hela det Tyska riket. Han tvingades emellertid att ge efter och under hans son Wenceslas krossades kejsarens planerade nationella myntpolitik när andra makthavare skapade regionala myntförbund som själva bestämde över myntningen. Kejsarens misslyckade försök att skapa en nationell myntpolitik banade sedan väg för det Tyska rikets fortsatta splittring.“
Kenneth Jonsson, in: myntstudier (2011) 1, S. 19.

„La storia della numismatica non ha solamente un interesse antiquario, ma viene utilizzata in questo studio innovativo come fonte, alla stregua degli altri documenti scritti, per capire i meccanismi di propaganda e strategia politica dell’istituzione (o meglio del sovrano) che conia la moneta.“
Marianna Cerno, in: Medioevo Latino 32 (2011), S. 1039f. Nr. 11800.

„The explicit aim of the project is to bring numismatic evidence into contact with the documentary record; to ‘rescue’, in a sense, numismatics from antiquarian status, and illuminate the history of the imperial coinage in so doing. The product is nothing if not thorough.“
Stephen Mossman, in: German History 30 (2012) 1, S. 127-129.

„Die von Mäkeler vorgelegte Untersuchung bietet insgesamt eine gut lesbare Darstellung der Reichsmünzpolitik im 14. Jahrhundert, die sowohl für Numismatiker, als auch Wirtschaftshistoriker und Historiker allgemein eine bereichernde Lektüre darstellt. Durch die Verknüpfung von Schrift- und Sachquellen in Verbindung mit einer umfassenden Kenntnis der Fachliteratur gelingt es dem Verfasser eindrucksvoll, neue Interpretationen anzubieten und neue Blickwinkel auf einen wesentlichen Aspekt königlich-kaiserlicher Herrschaft zu eröffnen. Die leicht nachvollziehbare Gliederung des umfangreichen Stoffes, die guten Zusammenfassungen am Ende der jeweiligen Kapitel, Diagramme und insgesamt 13 Karten erleichtern auch mit dieser Materie bislang wenig Vertrauten das Studium des Buches. Es ist zu wünschen, dass dieser Band zahlreiche Historiker für die Numismatik und die aus ihr gewonnen Erkenntnisse begeistern kann und dem Autor eine ebenso gelungene Fortsetzung für das 15. Jahrhundert gelingt.“
Thomas Czerner, in: H-Soz-u-Kult, 30.05.2012

„Mäkeler ist es gelungen, keine trockene Faktenzusammenstellung, sondern – bei aller wissenschaftlichen Exaktheit – einen leicht lesbaren geldgeschichtlichen Überblick über ein ganzes Jahrhundert zu schreiben. Und den Formulierungen im Vorwort kann man erfreulicherweise entnehmen, daß auch das Reichsmünzwesen des 15. Jahrhunderts in dieser Form vorgelegt werden wird.“
I. Scheerenschmidt, in: Münzen und Sammeln (2012) Mai, S. 49.

„Unter dem Strich bleibt eine anregende, materialreiche Darstellung, die Stoff für weitere Diskussionen bietet, ihren Titel aber noch durch die als Teil II zu erwartende Behandlung des 15. Jh. rechtfertigen muß.“
Bernd Kluge, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 67 (2011) 2, S. 755f.

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Studia Numismatica Upsaliensia

Ab Band 4 (2009) Herausgeber der Reihe “Studia Numismatica Upsaliensia” [gemeinsam mit Harald Nilsson]

Link: http://www.myntkabinettet.uu.se/snu/

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Historische Hilfswissenschaften

Die historischen Hilfswissenschaften sind ein wichtiger Bestandteil des Proseminars Mittelalter. Die Grundlagenkenntnisse zu den Sachquellen, die in diesem Zusammenhang vermittelt werden, können sinnvoll etwa für deren Einsatz in Schulstunden verwendet werden.

Werkzeug des Historikers, 4. Auflage 1966

Werkzeug des Historikers, 4. Auflage 1966

Die klassische Einführung in die historischen Hilfswissenschaften bietet nach wie vor
von Brandt, Ahasver: Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften, Stuttgart u.a. [bislang 16 Auflagen]. Continue reading “Historische Hilfswissenschaften” »

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Peter Berghaus: Denar – Sterling – Goldgulden. Ausgewählte Schriften zur Numismatik

Peter Berghaus: Denar – Sterling – Goldgulden. Ausgewählte Schriften zur Numismatik. Hg. und eingeleitet von Gert Hatz, Peter Ilisch und Bernd Kluge […], in: Numismatisches Nachrichtenblatt 49 (2000) 6, S. 235.

 

Rezension

Der 80. Geburtstag von Peter Berghaus im November 1999 (vgl. GN 194, 386f. u. 196, 93f.) war Anlaß für eine außergewöhnliche Festschrift. In Anbetracht der Tatsache, daß der Jubilar bei früheren Gelegenheiten bereits drei Festschriften und ein Album Amicorum erhalten hatte, entschieden sich die Herausgeber zu einem Nachdruck wichtiger, heute vergriffener oder schlecht zugänglicher Arbeiten. Wie schwer die Wahl dabei fiel, wird bei Durchsicht des Verzeichnisses von fast 300 größeren Veröffentlichungen Peter Berghaus’ aus den Jahren 1947 bis 1999 deutlich. In die Gebiete Antike, Frühes Mittelalter und Hohes und spätes Mittelalter gegliedert, liegen jedoch nun 22 hochinteressante und vielzitierte Studien vor. Eingeleitet werden sie von den persönlich gehaltenen Worten der Herausgeber, die Weggefährte (G. Hatz), Amtsnachfolger (P. Ilisch) und Schüler (B. Kluge) des Geehrten sind. Continue reading “Peter Berghaus: Denar – Sterling – Goldgulden. Ausgewählte Schriften zur Numismatik” »

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Udstilling om numismatikkens renæssancehistorie i New York

Udstilling om numismatikkens renæssancehistorie i New York, in: Nordisk Numismatisk Unions Medlemsblad (2002) 7/8, S. 123.

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Frühgeschichte des Deutschen Ordens

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Historisches Seminar
Proseminar, 2 SWS
Zeit und Ort: Mo., 28. Juni 2004, 10:15 – 11:45, Leibnizstraße 8 – R.101/102

Vertretung einer Sitzung des Proseminars von Jan Hirschbiegel über die „Frühgeschichte des Deutschen Ordens“, Teil Propädeutik: Numismatik und Genealogie Continue reading “Frühgeschichte des Deutschen Ordens” »

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