Was kann ein globalisiertes Währungssystem vom Münzwesen der Wikingerzeit lernen?

Symposium „Mynt, makt och människor – vikingatidens silverpenningar“, Königliches Münzkabinett, Stockholm, 27. März 2010: „Vad kan ett globaliserat penningsystem lära av vikingatidens myntväsende?

Abstract

Die Frage, was ein globalisiertes Währungssystem vom Geldwesen der Wikingerzeit lernen könne, mag zunächst etwas merkwürdig erscheinen. Gewiß ist seither etwas arg viel Zeit vergangen?

Allerdings denken nicht alle so. Benjamin J. Cohen an der Universität von Kalifornien in Santa Barbara ist einer davon. Er beschäftigt sich mit International Political Economy und hat den folgenden, wie mir scheint sehr überzeugenden, Gedanken vorgebracht:

Die Wirtschaft ist heutzutage in hohem Maße globalisiert, eine Tatsache, an der man nicht vorbeikommt, egal ob man sie schätzt oder nicht. Geldzahlungen werden über die ganze Welt hinweg ausgeführt, ohne Rücksicht auf nationale Grenzen zu nehmen. Dies hat einen wesentlichen Funktionsverlust des Staates zur Folge. Der Geldwert wird bekanntlich von Gesetzen garantiert, und diese gelten ausschließlich innerhalb der sorgsam defienierten geographischen Grenzen der verschiedenen Länder.

Wer dieser Überlegung zustimmt, kommt schnell zu dem Schluß, daß man weit in die Geschichte zurückgehen muß, um die Zukunft zu verstehen. Genauer gesagt hat man sich mit den Epochen vor Jean Bodin zu befassen, der im 16. Jahrhundert die Souveränitätslehre formulierte.

Eines der wenigen im großen und ganzen globalisierten Handelssysteme, das vor dieser Zeit existierte, ist dasjenige der Wikingerzeit. Es erscheint mithin nur folgerichtig, die Funktionsweise des wikingerzeitlichen Münzwesens näher zu untersuchen. Welche Auswirkungen hatte etwa das Phänomen, daß man frei zwischen den ersten „eigenen“ schwedischen Münzen und einer großen Anzahl angelsächsischer, arabischer und deutscher Münzen wählen konnte? Und was hätte Friedrich August von Hayek dazu gesagt? Bekanntermaßen befürwortete er eine private Geldproduktion, wobei die Konkurrenz zwischen den Privatwährungen zu einer besonders niedrigen Inflationsrate führen sollte. „Choice in currency“ heißt ein grundlegender Beitrag, den Hayek in diesem Zusammenhang veröffentlichte.

Dies ist nur ein Beispiel für Anknüpfungspunkte zwischen Wikingerzeit und Gegenwart, doch mag es zur Illustrierung der Zielrichtung des Vortrages genügen.

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