Zitierregeln

Vorüberlegungen

Beim Zitieren von Literaturtiteln ist zu bedenken, daß es unterschiedliche Gattungen wissenschaftlicher Literatur gibt, für die jeweils leicht abweichende Zitierrichtlinien zu beachten sind. Diese Gattungen mit ihren jeweiligen Zitierweisen werden im folgenden vorgestellt.

Grundsätzlich gilt in jedem Fall:

  • Der Name des Verfassers (Vor- und Nachname) muß vollständig angegeben werden. Nach dem Namen des Verfassers steht ein Doppelpunkt. Darauf folgt der Titel, der vollständig inklusive Untertitel anzuführen ist, unabhängig von dessen Länge. Zwischen Haupttitel und Untertitel wird ein Punkt gesetzt.
  • Das Vollzitat wird nur im Literaturverzeichnis gebracht. In den Fußnoten reicht ein Kurzzitat aus, dem die Seitenzahl beigegeben wird, auf die man Bezug nimmt. Das Kurzzitat setzt sich aus dem Nachnamen des Verfassers, dem ersten sinntragenden Substantiv des Titels und dem Erscheinungsjahr (in Klammern) zusammen.
  • Bei der Angabe der Seitenzahlen muß auf den Unterschied zwischen Seiten (Abkürzung: S.) und Spalten (Abkürzung: Sp.) geachtet werden.
  • Zitate müssen nicht nur wort-, sondern auch buchstabengetreu sein. Abänderungen und Verkürzungen sowie Tippfehler sind daher unbedingt zu vermeiden!

1. Monographien

Eine Monographie ist eine selbständige, abgeschlossene Veröffentlichung, in der ein einzelnes, begrenztes Thema behandelt wird. Der Begriff kommt aus dem Griechischen (gr. monos = einzig, graphia = Schrift).

Wenn die Monographie in einer Reihe erschienen ist (in diesem Fall in der Propyläen Geschichte Deutschlands), muß der Reihentitel mit der Bandnummer der Reihe in runden Klammern nach dem Untertitel eingefügt werden. (Der Reihentitel sollte nicht abgekürzt werden, um dem Leser das Auffinden zu erleichtern. Die Bandnummer der Reihe wird immer in arabischen Ziffern wiedergegeben, selbst wenn im Original römische verwendet werden.) Nach einem Komma stehen am Ende des Zitats der Verlagsort und das Erscheinungsjahr.

Vollzitat

Moraw, Peter: Von offener Verfassung zu gestalteter Verdichtung. Das Reich im späten Mittelalter 1250 bis 1490 (Propyläen Geschichte Deutschlands, 3), Berlin 1985.

Kurzzitat

Moraw: Verfassung (1985), S. #.

2. Aufsätze in Sammelbänden

Bei dem Werk handelt es sich um einen Aufsatz, der in einem Sammelband erschienen ist. Nach Titel und Untertitel folgt immer „, in:“. Im Anschluß daran stehen die Namen der Herausgeber des Sammelbandes, gefolgt von der Abkürzung „Hrsg.“, die in runden Klammern steht. Nach einem Doppelpunkt folgt der Titel des Sammelbandes. Wenn der Sammelband in einer Reihe erschienen ist (in diesem Fall in den Vorträgen und Forschungen), muß der Reihentitel mit der Bandnummer der Reihe in runden Klammern nach dem Untertitel eingefügt werden (Der Reihentitel sollte nicht abgekürzt werden, um dem Leser das Auffinden zu erleichtern. Die Bandnummer der Reihe wird immer in arabischen Ziffern wiedergegeben, selbst wenn im Original römische verwendet werden.). Nach einem Komma stehen am Ende des Zitats der Verlagsort und das Erscheinungsjahr, gefolgt von den Seitenzahlen des Beitrags.

Vollzitat

Groebner, Valentin: Mobile Werte, informelle Ökonomie. Zur „Kultur“ der Armut in der spätmittelalterlichen Stadt, in: Otto Gerhard Oexle (Hrsg.): Armut im Mittelalter (Vorträge und Forschungen, 58), Stuttgart 2004, S. 165-187.

Kurzzitat

Groebner: Werte (2004), S. #.

3. Zeitschriftenaufsätze

Bei dem Werk handelt es sich um einen Aufsatz, der in einer Zeitschrift erschienen ist. Nach Titel und Untertitel folgt immer „, in:“. Im Anschluß daran steht der Titel der Zeitschrift, der nicht abgekürzt werden sollte, um dem Leser das Auffinden zu erleichtern. Darauf folgen die Bandnummer und in runden Klammern das Erscheinungsjahr der Zeitschrift. Nach einem Komma stehen die Seitenzahlen am Ende des Zitats.

In ein Zeitschriftenzitat gehören weder der Verlagsort noch der Name des Verlags!

Vollzitat

Müller-Mertens, Eckhard: Römisches Reich im Besitz der Deutschen, der König an Stelle des Augustus. Recherche zur Frage: seit wann wird das mittelalterlich-frühneuzeitliche Reich von den Zeitgenossen als römisch und deutsch begriffen?, in: Historische Zeitschrift 282 (2006), S. 1-58.

Kurzzitat

Müller-Mertens: Reich (2006), S. #.

4. Lexikonartikel

Bei Lexikonartikeln ergibt sich häufig das Problem, daß die Namen der Verfasser unter den einzelnen Artikeln nur abgekürzt angegeben sind. In diesem Fall muß die Auflösung der Namenskürzel in einem Autorenverzeichnis am Anfang oder Ende des Lexikons aufgesucht werden. Auf den Namen des Verfassers folgt nach einem Doppelpunkt die Abkürzung „Art.“ (Artikel), nach der in Anführungszeichen das entsprechende Stichwort steht. Darauf folgen „, in:“, der Titel des Lexikons, dessen Erscheinungsort und Erscheinungsjahr sowie die entsprechende Seitenzahl.

Lexika, in denen die Verfasser der einzelnen Artikel nicht namentlich kenntlich gemacht werden, sind in der Regel nicht zitierfähig!

Vollzitat

Fleckenstein, Josef: Art. „Hofkapelle, I. Allgemein, Frankreich, Deutsches Reich“, in: Lexikon des Mittelalters, Band 5, München 1991, Sp. 70-72.

Kurzzitat

Fleckenstein: Art. „Hofkapelle“ (1991), Sp. #.

5. Gedruckte Quellen

Bei gedruckten Quellen wird der Name des mittelalterlichen Verfassers vorangestellt, worauf man den Titel und den modernen Herausgeber der Quelle nennt.

Vollzitat

Gabriel Biel: Collectorium circa quattuor libros Sententiarum, hrsg. von Wilfrid Werbeck und Udo Hofmann, 5 Bde., Tübingen 1973-1992.

Kurzzitat

Biel: Collectorium 4,2 (1977), S. #.

6. Ungedruckte Quellen

Ungedruckte Quellen werden vor allem als Archivalien in unterschiedlichen Archiven zitiert. Dazu müssen Name und Ort des Archivs sowie die Archivsignatur angegeben werden. Zusätzlich ist eine kurze Angabe zum Inhalt der Archivalie notwendig.

Bei ungedruckten Quellen finden sich häufig keine Seitenzahlen, sondern nur Blattnummern. Diese werden mit der Abkürzung „fol.“ (Folio) zitiert. Um zwischen Vorder- und Rückseiten der Blätter zu unterscheiden, sind die Bezeichnungen „recto“ (Abkürzung: r) und „verso“ (Abkürzung: v) üblich. Einzelne Spalten werden mit griechischen Kleinbuchstaben (α, β, γ, δ) gekennzeichnet.

Übliche Abkürzungen für Archive sind „HStA“ (Hauptstaatsarchiv), „StA“ (Staatsarchiv), „GLA“ (Generallandesarchiv), „LA“ (Landesarchiv) und „StdA“ (Stadtarchiv).

Vollzitat

Speyer, Stadtarchiv (StdA Speyer), 1 A 50 [Reichsstadt Speyer, Ratsbuch].

Kurzzitat

StdA Speyer, 1 A 50, Band 1, fol. 96 rβ.

7. Internet

Internetressourcen werden grundsätzlich wie die übrigen Textgattungen zitiert. Am Schluß des Zitats müssen nach einem Punkt „Online unter URL:“, die vollständige URL (Abkürzung für „uniform resource locator“) und das Datum des Zugriffs auf die Internetressource angegeben werden.

Internetressourcen, denen sich kein Verfassername bzw. kein Publikationsdatum entnehmen läßt, sind nicht zitierfähig!

Vollzitat

Grierson, Philip: Byzantine Coinage, 2. Aufl., Washington, D.C. 1999. Online unter URL: http://www.doaks.org/byzcoins.pdf (08.05.2006).

Kurzzitat

Grierson: Byzantine Coinage (1999), S. #.

Sonderfälle

Die Sonderfälle betreffen ausschließlich das Vollzitat. Im Kurzzitat werden weder die Auflage noch ein Nachdruck angegeben. Die Jahresangabe im Kurzzitat verweist auf das Erscheinungsjahr der benutzten Ausgabe.

Angaben zur Auflage

Die Angaben zur Auflage (Abkürzung: Aufl.) werden vor Erscheinungsort und Erscheinungsjahr eingefügt.

Haverkamp, Alfred: Aufbruch und Gestaltung. Deutschland 1056-1273 (Neue Deutsche Geschichte, 2), 2. Aufl., München 1993.

Nachdrucke

Der Zweck von Nachdrucken ist es, schwer zugängliche Literatur einem breiteren Publikum zur Kenntnis zu bringen. Wenn man daher ein Werk in einem Nachdruck benutzt hat oder auf die Existenz eines Nachdrucks aufmerksam machen möchte, sollte man dies entsprechend in dem Zitat kenntlich machen. In diesem Fall bringt man nach dem Zitat des Erstabdrucks in eckigen Klammern und mit der Kennzeichnung „ND“ (Nachdruck) und „in“ versehen die entsprechenden Angaben.

Berghaus, Peter: Die Münzpolitik der deutschen Städte im Mittelalter, in: Finances et comptabilité urbaines du XIIIe au XVIe siècle. Colloque international, Blankenberge 6.-9.9.1962. Actes (Pro Civitate. Collection Histoire in 8o, 7), Brüssel 1964, S. 75-85 [ND in: Berghaus, Peter: Denar – Sterling – Goldgulden. Ausgewählte Schriften zur Numismatik, hrsg. von Gert Hatz, Peter Ilisch und Bernd Kluge, Osnabrück 1999, S. 281-295].

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